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Wann: Donnerstag, 15. Juni 2017 um 18.30 Uhr
Wo: Atelier Sissi (neben dem Jazzit Salzburg – Elisabethstraße 11, 5020 Salzburg)

Die Basisgruppe Gesellschaftskritik Salzburg lädt zum Workshop mit dem Titel Afrikas Integration in den Weltmarkt – Von Kolonien zu Rohstoffländern zu Schuldenstaaten. Gehalten wird er von der Gruppe außer Konkurrenz Nürnberg (Teil der Gruppen gegen Kapital und Nation). Um was wird es dabei gehen?

Die meisten Staaten in Afrika (unterhalb von Nord-Afrika, Subsahara) haben eine ähnliche polit-ökonomische Karriere hinter sich. Der koloniale Befreiungskampf endet mit Politikern an der Spitze, die ihre Herrschaft über Land und Leute nutzen wollen, um moderne Nationalstaaten nach westlichem Vorbild zu entwickeln. Dazu greifen sie zunächst auf die einzige vorhandene Einkommensquelle zurück, den Rohstoffexport. Die Versuche, mit den Erlösen eine eigene warenproduzierende Gesellschaft anzustoßen, scheitern flächendeckend. Geblieben ist die Rolle als Rohstofflieferanten und die zunehmende Verschuldung wegen dieser einseitigen Abhängigkeit.

Die Bevölkerung wird auf die Geldwirtschaft festgelegt, ohne dass es einen flächendeckenden Bedarf am Kauf ihrer Arbeitskraft gibt. Zugang zu Reichtum hängt an den Rohstoffen und die Verfügung darüber wiederum an der Staatsmacht. Deshalb ist der Kampf um die Staatsmacht dort ein Kampf um die einzige sichere Einkommensquelle. Insbesondere wenn neue Rohstofflager entdeckt werden, brechen blutige Konflikte aus. Die Karriere dieser Staaten soll bei der Veranstaltung in ihren Prinzipien dargestellt und diskutiert werden.

In der aktuellen Flüchtlingsdebatte ist immer wieder die Rede davon, dass man Fluchtursachen bekämpfen müsse. Von der Regierung heißt es dann: Bürgerkriege und absolutes Elend würden vermieden, wenn die Wirtschaft in Afrika sich entwickelt. Damit die Wirtschaft sich entwickeln kann, muss aber erstmal ein funktionierendes Staatswesen her und so werden Polizei und Militär vor Ort ausgebildet.

Die Gegenthese ist: Hauptgrund für das wirtschaftliche Elend ist die Einbindung der afrikanischen Staaten in den Weltmarkt, dessen Betreiber die afrikanischen Staaten auf die Rolle als „Rohstoffland“ und „Schuldenstaat“ festlegen und mit Maßnahmen wie Entwicklungshilfe und Ausbau der staatlichen Gewaltapparate betreuen. Der freie Westen zementiert (mittlerweile zusammen mit China, das sich in die freie Weltmarktordnung einfindet) die Abhängigkeit afrikanischer Länder vom westlichen Geschäft und sorgt für die andauernde elende Lage der Bevölkerung.

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