(In diesem Text verwenden wir das generische Maskulinum. Hier findet Ihr Informationen zu unserem Umgang mit gendergerechter Sprache.)

Bearbeitetes Fleisch erhöht laut WHO das Krebsrisiko. Ein guter Tag für Vegetarier? Endlich ist der Zusammenhang zwischen Fleisch und Krebs bewiesen?

Nein – denn was wirklich krebserregend ist, dass ist der Kapitalismus der im Fleisch steckt, und nicht das Fleisch selber. „Bearbeitet“, darin steckt schon das ganze Rätsel begraben. Fleisch landet nämlich nicht nur am Teller, um gut zu schmecken und nährhaft zu sein, sondern muss, um das überhaupt sein zu können, erstmal ganz schön profitabel sein.

Um das zu erfüllen, werden alle Nutztiere mit Antibiotika vollgesteckt. Um Kosten für die Flächen zu sparen, auf denen sie gehalten werden, und um sie vom Bewegen abzuhalten, werden sie nämlich auf möglichst geringem Raum zusammengepfercht, und dabei entstehen Krankheiten.

Nach der Schlachtung wird das Fleisch zuerst mal desinfiziert, damit die Keime die trotzdem entstehen nicht dem Konsumenten auf den Magen schlagen – mit Lebensmittelerkrankung arbeitet es sich schlecht. Das ist auch der Grund für das Chlor im berühmten Chlorhühnchen – das Chlorbad ist nötig damit keine krankheitserregenden Keime im Hühnerfleisch bleiben.

Beim desinfizieren geht ganz viel Geschmack verloren, da müssen dann Geschmacks-, Geruchs und Farbstoffe aushelfen. Die chemische Industrie hat ein weiteres Feld erobert, und eventuelle krebserregende Wirkungen sind noch nie im Labor aufgetreten und daher nicht existent.

Und auch halten sollte sich das Fleisch. Ein Lohnarbeiter hat schließlich keine Zeit täglich neu einzukaufen, da muss die Wurst schon ein paar Tage bis Wochen im Kühlschrank halten damit man sie verzehren kann. Also müssen Konservierungsmittel ran – wieder Chemikalien die vor allem wegen ihrer Hauptwirkung und nicht ihrer Nebenwirkungen vom Anwender geschätzt werden.

Nach allen diesen „Bearbeitungen“ kann dann das Fleisch seine krebserregende Wirkung entfalten – dass es dann nicht am Fleisch liegt sondern am Zweck für den es herhalten muss, das verschwindet in der Berichterstattung.

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