Wann: Samstag, 3. Dezember · 11:00 – 18:00
Wo: Sub Salzburg – Müllner Hauptstraße 11b, 5020 Salzburg

Die 2007 ausgebrochene Finanzkrise ist immer noch nicht überwunden. Begonnen hat sie damit, dass bestimmte Arten von Wertpapieren („asset backed securities“ und „collateralized debt obligations“) keine Käufer mehr fanden und darüber ihren Wert verloren. Zwischen Frühjahr 2007 und Frühjahr 2008 ist die Industrieproduktion in Europa um 20 % gesunken. Die vom Konkurs bedrohten Banken konnten nur mit staatlichen Zuschüssen und Garantien vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Ergebnis dieser staatlichen Rettungsmaßnahmen ist ein Banksystem, dessen Stabilität immer noch zweifelhaft ist, und eine Staatsverschuldung, die dazu führt, dass viele Staaten auf den Finanzmärkten keinen Kredit mehr bekommen oder dies ernsthaft befürchten müssen. Dass der Lebensstandard der Lohnabhängigen weltweit im Zuge der Krisenbewältigung gesenkt wird, ist dem wirtschaftlichen Sachverstand selbstverständlich.

Als Erklärung für die Krise werden vor allem Schuldfragen gewälzt. Gierige Manager auf der Jagd nach kurzfristigem Profit sollen unverantwortliche Risiken eingegangen sein, weil es an einer strengen Aufsicht über die Finanzmärkte gefehlt habe. Insgesamt habe sich das Bankwesen seiner eigentlichen Aufgabe, der Versorgung der „Realwirtschaft“ mit Kredit, verweigert und stattdessen windige Spekulationsgeschäfte betrieben.

Diese Schuldfragen sind sehr parteilich: Das System von Kredit und Spekulation, das all diese Folgen hervorgebracht hat, ist selbstverständlich nicht grundsätzlich zu kritisieren. Schuld an der jetzigen Krise sind also nur Auswüchse und Übertreibungen, die abgestellt werden können und müssen. Deswegen bleibt auch für die braven Arbeitsleute, deren Drangsale (Arbeitslosigkeit, Lohnsenkungen) in der Berichterstattung nicht ausgespart werden, nur die Hoffnung, dass es mit der Konjunktur bald wieder bergauf geht. Dass sie mit all ihren Lebensplänen abhängige Variable des Geschäfts sind, gilt als selbstverständliche Voraussetzung vernünftigem Wirtschaftens und nicht als Kritik am Kapitalismus.

Folgende Punkte sollen diskutiert werden:

Welche Bedeutung hat der Kredit für die sogenannte “Realwirtschaft”?
Woher bekommen die Banken eigentlich das Geld, das sie verleihen?
Was ist eigentlich ein Wertpapier und wie erhält es seinen Wert?
Was bedeutet es, dass das Finanzwesen “systemrelevant” ist?
Ist die Versorgung dieser Realwirtschaft mit Liquidität tatsächlich die eigentliche Aufgabe des Bankwesens und der spekulative Finanzüberbau ein Vergehen an diesem Auftrag?

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